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Gewerbeversicherungen

Das eigentliche Unternehmerrisiko, also das Risiko eines Verlusts an Eigenkapital oder auch der erfolglose Einsatz der eigenen Arbeitskraft, ist das logische Gegenstück zur Gewinnchance. Für die Vermarktung seiner Produkte oder Dienstleistungen muss der Unternehmer selbst sorgen. Versicherungen können diesen Teil des Risikos, wenn überhaupt, dann nur in kleinen Ausschnitten absichern.
Aber für die Risiken gegenüber Dritten (Kunden, Lieferanten, Mitarbeitern...) kann man sich absichern:

Haftpflichtversicherung gegen Ansprüche Dritter

Eine Haftpflichtversicherung ist in einigen Fällen gesetzlich vorgeschrieben, zum Beispiel für den Betrieb von Kraftfahrzeugen oder umweltgefährdenden Anlagen und auch für Unternehmen des Bewachungsgewerbes. In den meisten Fällen steht es dem Unternehmer dagegen frei, ob er eine Betriebshaftpflichtversicherung (BHV) abschließt. Darauf zu verzichten, wäre allerdings leichtsinnig. Für einen angerichteten Schaden haften Sie nämlich unbegrenzt. Das gilt sogar für Schäden, die Ihre Mitarbeiter einem Vertragspartner zufügen – Sie haben keine Entschuldigungsmöglichkeit und müssen sich das Verhalten Ihrer juristisch sogenannten Erfüllungsgehilfen zurechnen lassen.

 

Je nach Organisationsform, zum Beispiel als Einzelunternehmer, in einer OHG oder als Vollhafter einer KG, erstreckt sich die Haftung auch auf Ihr Privatvermögen. Die BHV prüft die Sach- und Rechtslage, wehrt unbegründete Forderung auf eigene Kosten ab und bezahlt für berechtigte Ansprüche bis zur Deckungssumme. Das sollten mehrere Millionen Euro sein, denn Personenschäden oder ein Brand, den Sie bei Reparaturarbeiten verursachen, erreichen leicht solche Größenordnungen. Mögliche Ergänzungen der BHV sind eine Rechtsschutzversicherung für den Fall, dass Sie aktiv um Ihr Recht kämpfen müssen, sowie eine Forderungsausfallversicherung, falls bei Ihren Schuldnern nichts zu holen ist.

Vermögensschadenversicherung

Für einige Branchen (Steuerberater, Unternehmensberater, Buchhalter, Anwälte, Finanzberater etc.) ist eine Absicherung gegen finanzielle Schäden sehr wichtig. Die Risiken für das Unternehmen und auch für den Inhaber oder Geschäftsführer können existenzbedrohend sein. Deshalb ist eine entsprechende Absicherung sehr wichtig.

Sachversicherungen

Sachversicherungen decken vor allem die technische und kaufmännische Betriebseinrichtung, Rohstoffe, Waren und andere Vorräte sowie eventuell ein eigenes Betriebsgebäude. Analog zur Hausrat- bzw. Wohngebäudeversicherung werden auch Inhalts- und Gebäudeversicherungen als Gewerbeversicherungen angeboten. Sie leisten bei benannten Gefahren, zum Beispiel Brand, Blitzschlag, Explosion, Einbruch, Raub, Vandalismus, Leitungswasser, Rohrbruch, Sturm und Hagel. Eine Erweiterung auf zusätzliche Naturgefahren wie Hochwasser, Überschwemmung durch Starkregen, Rückstau und Erdbeben ist sinnvoll.

Sachwerte zum Neuwert absichern

Versicherungswert ist grundsätzlich der Neuwert. Die Versicherungssummen müssen diesem Wert entsprechen, um Leistungskürzungen im Schadenfall zu vermeiden. Maschinen und Elektronikanlagen (Computer, Telekommunikation) werden durch die Zweige der Technischen Versicherungen gegen weitere Gefahren wie Bedienungsfehler und böswillige Beschädigungen versichert. Transportversicherungen erweitern den Schutz auf bezogene und versendete Waren, aber zum Beispiel auch auf Werkzeuge, die im Fahrzeug zwischen verschiedenen Baustellen transportiert werden. In vielen Verträgen lässt sich das Risiko entgehender Einnahmen und fortlaufender Kosten durch einen Betriebsstillstand mitversichern.

Personenversicherungen nicht vergessen

Nachdem Vermögen und Sachwerte abgesichert sind, denken Sie auch an sich und Ihre Mitarbeiter. Ihre eigene Altersversorgung und die Krankenversicherung gehören in den Bereich der Personenversicherungen. Mit einer Gruppen-Unfallversicherung und einer betrieblichen Krankenversicherung, zum Beispiel für Vorsorgeuntersuchungen, steigern Sie Ihre Attraktivität als Arbeitgeber.

Fazit: Risikotransfer durch Versicherungen

Unternehmer gehen eine Reihe von Risiken ein. Die unternehmerischen Risiken lassen sich am besten durch präventives Verhalten und den Aufbau von Strukturen zur Risikominimierung mildern. Das liegt in der Hand des Unternehmers.

Andere Risiken lassen sich dagegen problemlos durch Versicherungsverträge auf einen Versicherer abwälzen. Ungewisse Verbindlichkeiten werden so durch fixe und damit kalkulierbare Kosten ersetzt. Mit ein wenig Grundwissen entscheiden Sie selbst, welche Versicherungen wichtig sind. Auch wenn noch Beratungsbedarf verbleibt, können Sie sich über ein Vergleichsportal wie 9Brands bereits online nach interessanten Angeboten umschauen.