Kurzarbeit - Arbeitgeber FAQ

Wenn Sie nicht mehr ausreichend Arbeit zur Verfügung stellen können, müssen Sie notfalls Kurzarbeit anmelden.
Die Kurzarbeit dient dazu, dass der Arbeitgeber nicht gezwungen ist, den betroffenen Arbeitnehmer sofort zu entlassen.


Auch die Verkürzung der Arbeitszeit ist mitbestimmungspflichtig, so dass Sie den Betriebsrat
hinzuziehen müssen. Besteht in Ihrem Unternehmen kein Betriebsrat, dürfen Sie die Kurzarbeit dennoch nicht
einseitig anordnen. Hier müssen Sie mit den betroffenen Arbeitnehmern Vereinbarungen treffen.

 

Es kann auch sein, dass Sie nur für einen bestimmten Bereich des Unternehmens Kurzarbeit anordnen müssen, das dieser besonders stark von der Corona-Krise betroffen ist.

 

Teilweise ist die Möglichkeit der Kurzarbeit bereits im Arbeitsvertrag vorgesehen. Hierbei ist zu beachten, dass diese Klausel eine Ankündigungsfrist vorsieht, da eine fristlose Einführung der Kurzarbeit den Arbeitnehmer unverhältnismäßig benachteiligen kann. Wenn Ihr Unternehmen tarifgebunden ist, kann auch der Tarifvertrag entsprechende Möglichkeiten vorsehen.

Kurzarbeit anmelden

Wenn die wirtschaftliche Lage in Ihrem Unternehmen so dramatisch ist, dass Sie Kurzarbeit anordnen müssen, müssen Sie dies gegenüber der Bundesagentur für Arbeit schriftlich anzeichen. Im Rahmen dieser Anzeige müssen Sie darlegen, aus welchen Gründen die Kurzarbeit erforderlich ist.

 

Wichtig: Das Kurzarbeitergeld kann frühestens ab dem Kalendermonat gewährt werden, in dem die Anzeige über den Arbeitsausfall bei der Agentur für Arbeit eingegangen ist.

 

Link zum Formular "Anzeige über Arbeitsausfall" KUG 101


Wenn Sie einen Betriebsrat haben, muss dieser bei der Antragstellung beteiligt werden. Im Zuge der Kurzarbeit muss der Arbeitnehmer seine Arbeitsleistung nicht mehr anbieten und Sie als Arbeitgeber werden von der Vergütungspflicht befreit. Dafür besteht dann der Anspruch der betroffenen Mitarbeiter auf Kurzarbeitergeld.
Hier bestehen für Sie als Arbeitgeber gesetzliche Mitwirkungspflichten. Wenn Sie unrichtige Angaben machen, kann dies zu Geldbußen führen.

 

Achtung: Rechtmäßig ist die Anordnung von Kurzarbeit durch den Arbeitgeber grundsätzlich nur sofern eine einzelvertragliche Anspruchsgrundlage (z.B. im Arbeitsvertrag oder durch eine Zusatzvereinbarung) oder eine tarifrechtliche Anspruchsgrundlage vorliegt. Falls Sie keine entsprechende Kurzarbeitsklausel im Arbeitsvertrag haben, müssen Sie eine Zusatzvereinbarung mit dem Arbeitnehmer schliessen. Eine Vorlage finden Sie ganz unten auf dieser Seite im Download- und Linkbereich.

 

Corona-Krise: Aktuelle Neuerungen zur Kurzarbeit

Die Bundesregierung hat als Reaktion auf die SARS-CoV-2-Ausbreitung Änderungen im Kurzarbeitergeld beschlossen, die bis Anfang April vom Bundestag beschlossen werden sollen und vorerst bis Ende 2020 gültig sein werden. Die Änderungen sind im Fettdruck dargestellt:

Wenn aufgrund schwieriger wirtschaftlicher Entwicklungen Aufträge ausbleiben, kann ein Betrieb zukünftig Kurzarbeit anmelden, wenn mindestens 10 Prozent der Beschäftigten vom Arbeitsausfall betroffen sind (diese Schwelle lag bislang bei 30 Prozent der Belegschaft).

Auf den Aufbau negativer Arbeitszeitsalden vor Zahlung des Kurzarbeitergeldes soll vollständig oder teilweise verzichtet werden können. Das geltende Recht verlangt, dass in Betrieben, in denen Vereinbarungen zu Arbeitszeitschwankungen genutzt werden, diese auch zur Vermeidung von Kurzarbiet eingesetzt und
ins Minus gefahren werden.


Weiterhin können auch Leiharbeitnehmer künftig Kurzarbeitergeld beziehen. Die Sozialverischerungsbeiträge, die Sie als Arbeitgeber normalerweise für Ihre Beschäftigten zahlen müssen, soll die Bundesagentur für Arbeit künftig vollständig erstatten.


Damit soll ein Anreiz geschaffen werden, Zeiten der Kurzarbeit stärker für die Weiterbildung der Beschäftigten zu nutzen.

 

Die Höhe des Kurzarbeitergeldes orientiert sich an der bisherigen Vergütung. Es wird unterschieden zwischen Arbeitnehmern, die mindestens einen Kinderfreibetrag von 0,5 auf der Lohnsteuerkarte vermerkt haben, und übrigen Arbeitnehmern. Arbeitnehmer, die einen Kinderfreibetrag haben, erhalten 67 % der Nettoentgeltdifferenz, alle anderen einen Satz von 60 %.

Beispielrechnung:
Ein Arbeitnehmer (1 Kind) erhält in Vollzeit eine Bruttovergütung von 3.000 EUR, was ca. 1.970 EUR netto entspricht. Die Arbeitszeit wird um 50 % reduziert, so dass der Bruttoverdienst bei 1.500 EUR liegt (ca. 1.135 EUR).
Lösung: Die Nettoentgeltdifferenz beträgt damit 835 EUR. Von diesen 835 EUR erhält der Arbeitnehmer 67 % (559 EUR). Der Arbeitnehmer in dem Beispiel erhält somit nur 276 EUR netto weniger.

Kurzarbeitergeld-Rechner

Rechtlicher Hinweis zum Kurzarbeitergeld-Rechner:

Alle durch die Online-Rechner vermittelten Informationen werden mit größter Sorgfalt und unter Berücksichtigung aller Regeln seriöser Informationsverarbeitung durch die Smare Stefan Banse Michael Mühl GbR (www.smart-rechner.de) (nachfolgend: Anbieter) erstellt. Trotz sorgfältiger Recherche des Anbieters können die Informationen unvollständig und/oder zeitlich oder inhaltlich überholt sein.

Darüber hinaus werden in einigen Fällen in der Realität komplexere Sachverhalte teilweise vereinfachend oder abstrahierend dargestellt, um dem Rat suchenden Internetnutzer der Online-Rechner die Eingabe zu erleichtern und ihm eine schnelle Informationsgewinnung in Form einer Ersteinschätzung zu ermöglichen. Diese Informationsverarbeitung kann dazu führen, dass die durch die Online-Rechner vermittelten Informationen im Vergleich zu einer exakten Analyse durch einen Fachmann ungenau sind.

Die Ergebnisse der Online-Rechner dienen demnach ausschließlich der unverbindlichen Ersteinschätzung des Rat suchenden Nutzers.

Kündigungen

Wenn die Anordnung von Kurzarbeit allein nicht mehr ausreichen sollte, können im schlimmsten Fall Kündigungen ausgesprochen werden. Hier liegt dann eine betriebsbedingte Kündigung vor, so dass Sie bei der Auswahl der zu kündigenden Arbeitnehmer soziale Gesichtspunkte beachten müssen. Diese sozialen Gesichtspunkte sind nach dem Kündigungsschutzgesetz: Betriebszugehörigkeit, Lebensalter, Unterhaltsverpflichtungen und Schwerbehinderungen. Besteht in Ihrem Unternehmen ein Betriebsrat, müssen Sie diesen bei auszusprechenden Kündigungen informieren.


Download- und Links zum Kurzarbeitergeld

Download
Zusatzvereinbarung Kurzarbeitsklausel
Achtung: Rechtmäßig ist die Anordnung von Kurzarbeit durch den Arbeitgeber grundsätzlich nur sofern eine einzelvertragliche Anspruchsgrundlage (z.B. im Arbeitsvertrag oder durch eine Zusatzvereinbarung) oder eine tarifrechtliche Anspruchsgrundlage vorliegt. Falls Sie keine entsprechende Kurzarbeitsklausel im Arbeitsvertrag haben, müssen Sie eine Zusatzvereinbarung mit dem Arbeitnehmer schliessen.
Der Buchhalter e.V. - Zusatzvereinbarung
Adobe Acrobat Dokument 199.6 KB

*Rechtlicher Hinweis

Die Hilfeleistung in Steuersachen umfasst nur das Buchen der lfd. Geschäftsvorfälle und
die lfd. Lohnabrechnung gemäß §6 Nr. 3 und 4 StBerG.